Über uns

Aufgrund der dramatisch steigenden Zahl von Flüchtlingen kann deren Unterbringung nicht mehr nur auf Stadtebene gelöst werden, die Mitwirkung der Gemeinden ist notwendig.

Aus einem von den Bürgermeistern des Landkreises festgelegten Schlüssel ergab sich 2014 eine Anzahl von ca. 76 Flüchtlingen, die in der Gemeinde Moorenweis aufgenommen werden sollen.

Um die Integration dieser Flüchtlinge in unser Gemeindeleben zu erleichtern, hat sich in Moorenweis ein Helferkreis zusammengefunden. Die hilfesuchenden Neuankömmlinge sind mit der Lösung von Problemen des täglichen Lebens und der für sie neuen Kultur hier alleine überfordert. Sie brauchen Unterstützung bei Arztbesuchen, Besorgungen und bei der Integration ihrer Kinder in unsere Einrichtungen und Vereine. Sie möchten gerne möglichst schnell unsere Sprache lernen. Sie haben dramatische Erlebnisse vor und während ihrer Flucht hinter sich. Sie haben alles hinter sich gelassen, Familie, Freunde, Hab und Gut.

Chronik

Dezember 2014

Am 9. Dezember treffen sich erstmals Helfer aus der Gemeinde, die sich aktiv in der Helferkreisspitze engagieren wollen.

Zu ihnen gehören Ulf Jessen , Christine Martin, 1. Bürgermeister Josef Schäffler (alle Moorenweis), Christian Schellmann (Purk), Angelika Scheidl und Margarete Vogt (Steinbach). Bei diesem Treffen wird vor allem die Infoveranstaltung „Flüchtlinge in Steinbach“ besprochen.

Februar 2015

Am 5. Februar trifft sich die Helferkreisspitze zum zweiten Mal. Dabei wird das Kern-Team um Anita Müller (Grunertshofen) und Daniela Knöferl (Steinbach) erweitert. Die verschiedenen Zuständigkeitsbereiche werden verteilt.

1. Sprecherin ist nun Margarete Vogt und 2. Sprecher Ulf Jessen.

März 2015

Beim dritten Treffen am 5. März gibt es u. a. einen Erfahrungsaustausch mit den bereits tätigen und sehr engagierten Flüchtlingspaten Frau Steinhardt und Frau Heigl.

Im März findet in der Aula der Grundschule ein Vortrag über Syrien mit dem Referenten Herrn Menner statt. Die Spendeneinnahmen erhält der Helferkreis.

Ferner beginnt die Suche nach engagierten Bürgern, die ein Patenamt für die Flüchtlingsfamilien übernehmen wollen.

Nach dem Umzug der allerersten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge von Grunertshofen nach Fürstenfeldbruck im Februar 2015, kommt im März eine neue Gruppe mit 13 Jugendlichen ins Landschulheim Grunertshofen. Dieses Mal ist die Gruppe nicht mehr so homogen wie die vorherige – die Jugendlichen kommen aus verschiedenen Ländern wie Afghanistan, Syrien, Ghana, Eritrea, Kosovo und Pakistan.

April 2015

Beim vierten Treffen des Helferkreises im April geht es vor allem um die Weiterentwicklung der Homepage und den Erfahrungsaustausch mit anderen Helferkreisen. Mitglieder des Helferkreises besuchen ab jetzt regelmäßig Vernetzungs- und Fortbildungsveranstaltungen des Landkreises Fürstenfeldbruck. Die Gemeinde Moorenweis führt das Bankkonto des Helferkreises.

Im April wird das Haus am Fichtenweg mit zwei Flüchtlingsfamilien belegt. Frau und Herr Leist, sowie Frau Gillmeyer und Herr Milisterfer übernehmen die Patenschaften.

Der Tischtennisclub Steinbach bietet auch den neuen Flüchtlingen die Möglichkeit zum Training und gesellschaftlichen Kontakt. Philipp Berkmann kümmert sich dabei wieder um die Betreuung. Die Jugendlichen nehmen das sportliche Angebot dankbar an und freuen sich über die neuen Kontakte.

Mai 2015

Im Mai werden zum fünften Treffen die Leitungen und Vertreter von Schule und Kindergarten zum Erfahrungsaustausch und zur Absprache eingeladen.

Es beginnt die Planung zur Umsetzung von Deutsch-Kursen und Hausaufgabenbetreuung für die Flüchtlingsfamilien und deren Kinder. Frau Martin übernimmt das Sprachpatenamt, also die Organisation dieses Aufgabenbereichs.

Ein Raum für die Kleider- und kleine Sachspenden wird von Bürgermeister Schäffler in der Mehrzweckhalle der Gemeinde bereitgestellt.

In einer Flüchtlingsfamilie kommt im April ein Baby zur Welt – im Mai folgt die Einladung und Teilnahme der Paten sowie Vertreter des Helferkreises zur in Nigeria üblichen „Babyfeier“.

Juni 2015

Im Juni findet im Vereinsheim in Steinbach ein Treffen von Helfern und interessierten Bürgern zur Planung und Durchführung von Deutschunterricht und Hausaufgabenbetreuung statt. Sprecher des Helferkreises nehmen an Kooperationstreffen im Landkreis Fürstenfeldbruck teil.

Im Juni wird einer anderen Flüchtlingsfamilie ebenfalls ein Baby geboren.

Wichtiger Bestandteil der Helferkreistreffen ist ab jetzt die Information und Weitergabe von rechtlichen und gesetzlichen Grundlagen.

Die Hausaufgabenbetreuung für die Flüchtlingskinder startet am 24. und 25. Juni mit zwei Betreuungs-Tandems in den Räumen der Grundschule.

Juli 2015

Am 16. Juli findet der erste Deutsch-Analphabeten-Unterricht für die Flüchtlinge statt und am 17. Juli wird die erste Deutsch-Stunde für die Flüchtlinge gehalten, die bereits in lateinischer Schrift lesen und schreiben können. Beide Kurse laufen nun wöchentlich. Hierfür dürfen die Räume der Nachbarschaftshilfe genutzt werden.

August/September 2015

Im August wird das Haus der Gemeinde an der Möwenstraße bezugsfertig. Zwei weitere Familien können einziehen und Herr Laumen und Herr Liebermann werden als ehrenamtliche Paten tätig.

In unserer Gemeinde sind nun sechs Familien mit insgesamt 20 Kindern aufgenommen worden. In Grunertshofen wohnen 15 unbegleitete Minderjährige.

In den Ferien bieten ehrenamtliche Helfer Aktionen für die Flüchtlingskinder an, um ihnen auch in den langen Sommerferien den Kontakt zur deutschen Sprache zu ermöglichen.

Wir erhalten immer wieder Angebote für Kleider- und Sachspenden. Die Kleiderkammer öffnet an einem Nachmittag im August und das Angebot wird gut angenommen.

Alle jugendlichen Flüchtlinge aus Grunertshofen können in den Sommerferien bei verschiedenen Praktikumsangeboten in unterschiedliche Berufe schnuppern. Dank der Bereitschaft vieler Betriebe in der Gemeinde Moorenweis und in den Nachbargemeinden, bekommen sie einen realistischen Einblick in das Arbeitsleben in Deutschland. Es macht ihnen großen Spaß, allerdings merken sie schnell, dass sie noch besser Deutsch lernen müssen, um sich gut verständigen zu können.

Im September beginnen sie erneut mit Deutsch-Unterricht – dieses Mal auf verschiedenen Leistungsniveaus. Vier Schüler besuchen die Berufsschule Fürstenfeldbruck, die anderen bekommen Deutsch-Unterricht von eigens eingestellten Lehrerinnen. Alle sind stark motiviert. Ein Jugendlicher, der als Analphabet nach Deutschland kam, kann jetzt schon lesen und schreiben.

Am 15. September können wir unseren Flüchtlingen erstmals einen Mathe-Kurs für Analphabeten anbieten.

Oktober 2015

Am 5. Oktober treffen sich im Vereinsheim Steinbach die Deutsch-Helfer und Interessierte zur weiteren Unterstützung, Planung und Organisatin des Deutsch-Unterrichts und der Hausaufgabenbetreuung. Es kann ein weiteres Helfer-Tandem für die Hausaufgabenbetreuung gegründet werden, sodass die Flüchtlingskinder seitdem an drei Wochentagen – dienstags, mittwochs und donnerstags – bei ihren Hausaufgaben unterstützt werden können.

Ab Mitte Oktober stellt sich Frau Martin zur Verfügung, eine Klassenlehrerin der Grundschule einmal wöchentlich für eine Schulstunde zu entlasten, um mit den Flüchtlingskindern bestimmte Unterrichtsthemen zu vertiefen.

Der Helferkreis kommt schon zum siebten Mal zusammen. Wichtiger Bestandteil der Sitzungen ist nun der Erfahrungsaustausch mit den Paten der Familien.

Im Oktober beginnen wir zusätzlich dienstags mit einem Konversations-Kurs für die Flüchtlinge, die in lateinischer Schrift lesen und schreiben können; Dauer des Kurses: sechs Wochen.

November 2015

Im November in der achten Sitzung des Helferkreises werden weitere Aktivitäten für die Familien geplant.

Herr Trüper beginnt mit einem Werkunterricht für die jungen Flüchtlinge in Grunertshofen. Philipp Berkmann und Anita Müller unterstützten ihn dabei. Zusammen bastelen sie Windlichter, die sie im Dezember auf dem Weihnachtsmarkt in Moorenweis verkaufen wollen. Die übrigen Windlichter schenken sie den Helfern zu Weihnachten.

Dezember 2015

Im Dezember kommt eine neue Familie mit einem vier Wochen alten Baby nach Moorenweis.

Ein adventlicher Nachmittag zum gegenseitigen Kennenlernen und der Vermittlung unserer Bräuche findet am 6. Dezember im Vereinsheim in Steinbach statt. Eingeladen sind Helfer, Paten, Flüchtlingsfamilien, unbegleitete Minderjährige und interessierte Bürger der Gemeinde. Eine kleine Nikolausüberraschung wird verteilt.

Der Dezember klingt mit der Teilnahme am Weihnachtsmarkt der Gemeinde aus. Die Familien und minderjährigen Flüchtlinge beteiligen sich an der Vorbereitung und wirken auch am Tag des Weihnachtsmarkts beim Verkauf von Selbstgebasteltem und Selbstgekochtem in unserer „Helferkreis-Hütte“ mit.

Januar 2016

Das neunte Treffen des Helferkreises findet statt.