Syrien – Land der Tränen

Am Freitag, den 13. März 2015, hielt der Leitende Redakteur Politik des Münchner Merkurs, Werner Menner, in der Aula der Grundschule Moorenweis einen Vortrag über Syrien.

Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister folgten die ca. 80 Besucher dem Bericht über die politische Lage im Nahen Osten mit großem Interesse. Herr Menner erklärte kurz und prägnant, wie der „Arabische Frühling“ mit dem Irak, dem Iran, Ägypten und Syrien zusammenhängt. Er stellte fest, dass die Entstehung der IS eine Folge der Zerschlagung der Diktatur im Irak und des darauffolgenden Machtvakuums ist. Mit den Worten „jeder gegen jeden, und jeder mit einem anderen Ziel“ beschrieb er die Schwierigkeit der aktuellen Situation ganz treffend.

Nach einer kurzen Pause folgte ein Reisebericht aus dem Jahr 2009, als Syrien noch nicht in Schutt und Asche gelegt, sondern noch sehr sehenswert war. Herr Menner geriet förmlich ins Schwärmen, als er von der Gastfreundschaft und Weltoffenheit der Syrer berichtete, die ihn auf seiner Reise so herzlich willkommen geheißen hatten. Ein wenig Wehmut war auch dabei.

Die vielen Bilder zeigten ein säkulares, arabisches Land, voll Leben und von einer Schönheit wie aus 1001 Nacht. Es war ein Land, in dem die Kulturen und Religionen nebeneinander und miteinander lebten: In Damaskus z. B. befinden sich neben der großen Omajaden-Moschee auch viele christliche Heiligtümer – wie der Schrein mit dem Kopf von Johannes dem Täufer oder die Hannanias-Kapelle, die dem Mann gewidmet ist, der Paulus von seinem Augenleiden befreite. In Kraq de Chevalier konnte man damals noch die Ruinen einer Festung besichtigen, die einst die Kreuzritter errichtet hatten, und in Palmyra standen Säulen und Amphitheater aus der Römerzeit. Dass heute davon so gut wie nichts mehr übrig geblieben ist, ist ein großer Verlust.

Das Sparschwein, das der Helferkreis Moorenweis aufgestellt hatte, wurde am Ende der Veranstaltung prall gefüllt. Dafür bedanken wir uns sehr herzlich bei allen Spendern.

Anita Müller
Helferkreis Grunertshofen

Themenabend Syrien - Herzlichen Dank!

Wir möchten uns herzlich bei all den den großzügigen Spendern bedanken, die dem Helferkreis Moorenweis an diesem Abend insgesamt € 503,- gespendet haben.

Besonders bedanken wir uns auch bei Herrn Menner für den informativen Vortrag über Syrien. In beeindruckender Weise hat er uns in Wort und Bild das Land, seine Landschaften und Baudenkmäler, seine Geschichte, seine Menschen und ihre Lebensweise vermittelt.

Ein herzliches Danke auch an Herrn Bürgermeister Schäffler, der zu diesem Vortrag eingeladen hatte.

Danke!

Mazedonische Familie in Angst um ihr Leben wegen erneuter Ausweisung

Die 5-köpfige Familie D. ist seit Dezember 2104 in Moorenweis untergebracht. Sie war zum zweiten Mal aus Mazedonien geflohen, nachdem sie dort erneut kurzzeitig inhaftiert, bedroht und überfallen worden war.

Herr D. ist Mitglied der SDSM, die bis 2006 sozialdemokratisch mehrheitliche Regierungspartei in Mazedonien war. 2006 erhielt die konkurrierende VMRO die Mehrheit und entwickelt hier zusehends einen Überwachungsstaat, der Andersdenkende durch Schlägertruppen verfolgt, um sich an der Macht zu halten.

Die erste Flucht gelang Familie D. im April 2013. Sie wurde zunächst in München aufgenommen und im Herbst 2013 nach Olching verlagert.

Der Asylantrag wurde im Februar 2014 als „offensichtlich unbegründet" abgelehnt, da Herr D. keine schriftlichen Beweise oder ärztlichen Atteste hinsichtlich der Attacken der Schlägertruppen der Regierungspartei vorlegen konnte.

Herr D. wurde dann kurz vor den Wahlen im Jahr 2014 aus Deutschland zurück nach Mazedonien ausgewiesen. Dies empfand die mazedonische Regierungspartei als Provokation. Er wurde am Abend vor dem Wahltag kurzzeitig verhaftet und bedroht mit den Worten: „Du weißt, was deiner Familie passiert ist!"

Nachdem er sich monatelang bei Verwandten versteckt hatte, kehrte er schließlich in sein von den Schlägerbanden völlig zerstörtes Haus zurück und wurde dort nachts wieder überfallen. Die Familie suchte daraufhin erneut Zuflucht in Deutschland. Die 18-jährige Tochter verpasste allerdings das Fluchtfahrzeug. Sie wurde ebenso wie ihre 80jährige Großmutter Opfer von Schlägerbanden der Regierungspartei, die in das Haus der Großmutter eingedrungen waren. Über diese furchtbaren Erlebnisse kann das Mädchen nicht sprechen.

Ende Februar 2015 erreichte die Familie die schreckliche Nachricht, dass der Onkel von Herrn D. auf dem Weg zum Einkaufen von Schlägerbanden der Regierungspartei überfallen und dabei so schwer verletzt wurde, dass er nach drei Tagen im Krankenhaus verstarb.

Daraufhin wurde Herrn D.s Vater von der Polizei bedroht, nachdem er wenige Tage später im Krankenhaus nach dem Arztbericht gefragt hatte, den er seinem Sohn nach Deutschland schicken wollte, damit dieser die Verfolgung endlich nachweisen kann.

Im Januar 2015 erhielten die 18-jährige Tochter und Anfang März 2015 die restliche Familie die nochmalige Ausweisung.

Familie D. rechnet daher mit dem sicheren Tod, wenn sie nochmals nach Mazedonien ausreisen muss. Der Helferkreis Moorenweis hat inzwischen eine Anwältin hinzugezogen, um zumindest alles versucht zu haben, um eine Bleiberecht erwirken zu können. Eine Klage gegen die Ausweisung generiert Anwaltskosten in Höhe von ca. 1.000 Euro. Alle Beteiligten würden sich sehr über Unterstützung freuen.

 

 

Spendenkonto:

Raiffeisenbank Moorenweis
IBAN: DE22 7016 9460 0000 0105 10
BIC: GENODEF1MOO
Inhaber: Gemeinde Moorenweis

Wichtig: Verwendungszweck bitte angeben: „Helferkreis Moorenweis - Mazedonien“

Abschied von den ersten Flüchtlingen

Nach einem Spielenachmittag, den die Grunertshofer Helfer mit dem Steinbacher Tischtennisclub organisiert hatten, wurden die jungen Grunertshofer Flüchtlinge spontan zum Tischtennistraining eingeladen. Begeistert hatten diese die Möglichkeit angenommen und waren nun einige Mittwoche lang Teil des Trainings.

Inzwischen wurden die Jugendlichen nach Fürstenfeldbruck verlegt. Zu sehen sind die Abschiedsfotos vom letzten gemeinsamen Tischtennistraining.

Philipp, der sich besonders intensiv gekümmert hat, hat in Erinnerung behalten: "Als ich Ende Januar anfing, die Jungs aus Eritrea, Syrien und Afghanistan ins Training aufzunehmen und somit auch versucht habe, sie in die Dorfgemeinschaft zu integrieren, wusste ich nicht, dass ein so freundschaftliches Verhältnis entsteht. Bereits nach dem zweiten Mal merkte ich sofort, dass jeder dieser Jungs ein unheimlich großes Potenzial hat. Ich bin fest davon überzeugt: jeder der hilft, lernt erst wirklich, dass diese Menschen jede Zeit nutzen wollen um sich zu integrieren. Deshalb brauchen wir jeden, der diese Menschen unterstützt und versucht, Ihnen die Lebensweise in Deutschland nahe zu bringen."