Mustafa will Politiker werden

Der junge Somalier lebt im Alveni-Jugendhaus der Caritas in Fürstenfeldbruck. Er strahlt Optimismus aus, lässt sich das Grundgesetz erläutern und möchte nach einer Lehre studieren. Der Adventskalender will helfen, dass die Integrationen unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge gelingt

Von Gerhard Eisenkolb, Fürstenfeldbruck
 
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Bayerische Tradition trifft Flüchtlinge

Am Nikolaustag hatte der Helferkries Moorenweis zu einer Adventsfeier ins Vereinsheim „Alte Schule“ in Steinbach eingeladen. Fast alle Flüchtlingsfamilien aus Moorenweis kamen mit ihren Paten zum Begegnungsnachmittag im Advent. Aus Grunertshofen folgten 12 jugendliche Flüchtlinge der Einladung. Auch zahlreiche Helfer und Sprachpaten, sowie interessierte Jugendliche, zwei Vertreter des Gemeinderates und der Bürgermeister gesellten sich dazu.

Nach der Begrüßung und Vorstellung der Anwesenden durch Margarete Vogt und Anita Müller ging es ans gegenseitige Kennenlernen und die ersten Gespräche wurden geführt. Während der Selbstbedienung von Kaffee und Tee gelang dies in einer sehr lockeren und entspannten Atmosphäre. Lebkuchen, Mandarinen und Schokolade an den Tischen wurden gerne angenommen. Für die kleineren Kinder gab es Brettspiele und für die Jugendlichen die Möglichkeit zum Tischtennis spielen. Die drei Babys mit ihren Mamas hatten keinerlei Scheu vor vielen fremden Menschen um sie herum.

Nach einer Weile erklärte Anita Müller den bayrischen Brauch der Nikolausbescherung. Sie berichtete, dass der heilige Nikolaus tatsächlich vor ca. 1600 Jahren in der Türkei gelebt hat und dort den Armen und Kindern in Not geholfen hat. Er gab sein Vermögen aus um Waisenhäuser zu bauen und wird heute noch bei den Christen als Schutzpatron der Kinder verehrt.

In dieser Tradition teilte nun der Helferkreis Nikolaussäckchen aus. Helfer hatten mit Spendengeldern eingekauft, Sachspenden gesammelt und die Säckchen mit Liebe individuell für jeden vorbereitet. In jedem Säckchen waren Lebkuchen, Süßigkeiten und so manche nützliche Überraschung wie ein Schal, Mütze, Handcreme oder Rasierschaum. Auch bei den Familienpaten, Sprachpaten und anderen engagierten Helfern bedankte sich der Helferkreis mit einem Schokoladen-Nikolaus.

Es war ein gemütliches Beisammensein mit vielen interessanten Gesprächen. Die anfängliche Scheu wich immer mehr und war am Ende kaum mehr zu spüren. Die Flüchtlingsfamilien waren dankbar für dieses Zusammentreffen und gegenseitige Kennenlernen. Die jugendlichen Flüchtlinge aus Grunertshofen halfen zum Schluss noch beim Abwaschen und Aufräumen.

Der Nachmittag gab uns allen einen kleinen Denkanstoß gerade in dieser vorweihnachtlichen Zeit. Waren nicht auch Maria und Josef auf der Flucht, fanden fast keine Herberge und hatten es nicht leicht bis sie wieder in ihre Heimat zurückkehren konnten?

Der Helferkreis Moorenweis bedankt sich ganz herzlich bei allen Helfern und Spendern für diesen gelungenen Begegnungsnachmittag im Advent.

Kleine Geste mit großer Wirkung

In den Sommerferien konnten die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die seit März in Grunertshofen leben, dank der Bereitschaft vieler Handwerksbetriebe in die deutsche Arbeitswelt reinschnuppern und sich ein Bild von den jeweiligen Berufen und ihren Anforderungen machen. Firmen wie Spenglerei Leib und Elektro Meyer in Moorenweis, Schreinerei Huber in Steinbach, Auto Scholz in Römertshofen, Reifen Hermann, Gasthaus Eberl und Elektro Trinkl in Hattenhofen, Foto Reiter in Fürstenfeldbruck, Maler Furtner in Unterschweinbach sowie Kfz Wagner in Baindlkirch und Landgasthof Huber in Steinach und Michael Vogt vom Landgasthof Aumiller in Merching nahmen sich die Zeit den Jugendlichen alles zu erklären und zu zeigen. Bei den Jungen kam das sehr gut an. Sie sind jetzt noch motivierter Deutsch zu lernen um sich dann so schnell wie möglich auf Lehrstellen bewerben zu können.

Von Seiten der Betriebe kam auch viel Lob. Die Jungen seien pünktlich, fleißig, wissbegierig und freundlich gewesen. Trotz kultureller Unterschiede kam man gut miteinander aus. Das ist gelebte Integration.

Der Helferkreis Grunertshofen und die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge bedanken sich hiermit ganz herzlich bei allen Firmen und Einzelpersonen, die an den Praktikas beteiligt waren.

Anita Müller

Praktikumsplätze gesucht

unsere jungen Flüchtlinge, hauptsächlich die unbegleiteten Jugendlichen aus Grunertshofen (ca. 16-18 Jahre alt), suchen in den Ferien Praktikumsplätze in der näheren Umgebung.

Sie sind inzwischen mit dem Fahrrad recht mobil und würden sich über Schnuppertage genauso freuen wie über Praktikumswochen.

Inzwischen verfügen alle über ganz ordendliche Deutschkenntnisse.

Wer einen solchen Platz anbieten oder einen Kontakt herstellen kann, der wendet sich bitte direkt an:
 

Herrn Schneider
Landschulheim Grunertshofen
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder
Telefon: 08146-9208 137

Vielen Dank!

Syrien – Land der Tränen

Am Freitag, den 13. März 2015, hielt der Leitende Redakteur Politik des Münchner Merkurs, Werner Menner, in der Aula der Grundschule Moorenweis einen Vortrag über Syrien.

Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister folgten die ca. 80 Besucher dem Bericht über die politische Lage im Nahen Osten mit großem Interesse. Herr Menner erklärte kurz und prägnant, wie der „Arabische Frühling“ mit dem Irak, dem Iran, Ägypten und Syrien zusammenhängt. Er stellte fest, dass die Entstehung der IS eine Folge der Zerschlagung der Diktatur im Irak und des darauffolgenden Machtvakuums ist. Mit den Worten „jeder gegen jeden, und jeder mit einem anderen Ziel“ beschrieb er die Schwierigkeit der aktuellen Situation ganz treffend.

Nach einer kurzen Pause folgte ein Reisebericht aus dem Jahr 2009, als Syrien noch nicht in Schutt und Asche gelegt, sondern noch sehr sehenswert war. Herr Menner geriet förmlich ins Schwärmen, als er von der Gastfreundschaft und Weltoffenheit der Syrer berichtete, die ihn auf seiner Reise so herzlich willkommen geheißen hatten. Ein wenig Wehmut war auch dabei.

Die vielen Bilder zeigten ein säkulares, arabisches Land, voll Leben und von einer Schönheit wie aus 1001 Nacht. Es war ein Land, in dem die Kulturen und Religionen nebeneinander und miteinander lebten: In Damaskus z. B. befinden sich neben der großen Omajaden-Moschee auch viele christliche Heiligtümer – wie der Schrein mit dem Kopf von Johannes dem Täufer oder die Hannanias-Kapelle, die dem Mann gewidmet ist, der Paulus von seinem Augenleiden befreite. In Kraq de Chevalier konnte man damals noch die Ruinen einer Festung besichtigen, die einst die Kreuzritter errichtet hatten, und in Palmyra standen Säulen und Amphitheater aus der Römerzeit. Dass heute davon so gut wie nichts mehr übrig geblieben ist, ist ein großer Verlust.

Das Sparschwein, das der Helferkreis Moorenweis aufgestellt hatte, wurde am Ende der Veranstaltung prall gefüllt. Dafür bedanken wir uns sehr herzlich bei allen Spendern.

Anita Müller
Helferkreis Grunertshofen